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Das Buch der Adressen

Mit Zärtlichkeit und großer Lebendigkeit geschrieben, ist dieser Erinnerungsroman eine Reise zu den zweiundzwanzig Adressen, an denen die Autorin bis heute gelebt hat. Stefanie Kremser begibt sich damit in eine autobiographische Erzählung, um die Erinnerung an die Ankünfte und Abschiede, die sie im Laufe der Jahre in fünf verschiedenen Ländern zwischen Amerika und Europa erlebt hat, nachzuzeichnen. Mit ihrem neugierigen, gleichzeitig scharf nach außen und nach innen gerichteten Blick, schildert sie ihre Beobachtungen und Erfahrungen: mehrfache Ein- und Auswanderung, Weltbürgertum, und eine große Bandbreite an gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und biografischen Widersprüchen. Eine Reflexion über die Frage „Wer bin ich?“, wenn man auf die Frage „Woher kommst du?“ nicht mit einem konkreten Ort antworten kann.

 

Das Buch der Adresse ist im Januar 2020 auf Spanisch bei Entre Ambos und auf Katalanisch im Verlag Ediciones de 1984 erschienen. Das deutsche Original ist noch nicht veröffentlicht.

 

Während ich las und mich zurückhielt, damit die Begeisterung mich nicht zu sehr voranpreschen ließ, dachte ich an die Bücher der großen Dubravka Ugresic. Es handelt sich nicht um eine vergleichende Referenz, sondern um eine Verwandtschaft, des Wissens, wie man die Details des Nomadismus der Umstände durch den Filter des Humanismus, des literarischen Anspruchs und die eigene - manchmal schmerzhafte - sentimentale Erziehung führt. Ohne sich selbst Bedeutung zu geben, schlägt Kremser einen Basar von Emotionen vor, der Sinnlichkeit nicht scheut und die Erinnerungsfallen mit Zartheit, Mut und Dankbarkeit dekonstruiert. Sie erklärt die Schwierigkeit, ein Lebensmodell zu haben, bei dem weder Stabilität noch Gewissheit zugelassen sind. Ein Modell des Lebens, in dem man, um zu überleben, lernen muss, das Gleichgewicht zwischen der willkürlichen Realität des Vergessens und dem Bedürfnis nach Erinnerung zu finden. La Vanguardia, Sergi Pàmies

 

Indem Stefanie Kremser ihre persönliche Geschichte analysiert, bis hin zu den intimsten und oft schmerzhaften Winkeln, schafft sie die großen Gegensätze unserer Zeit zu analysieren. (…) Ein Schriftsteller schuldet niemandem als sich selbst, ist am Ende nur dem eigenen Gewissen verantwortlich. Aber indem er schreibt und die Intensität dieser Konfrontation veröffentlicht, wird ein Buch wie dieses zum Vorbild, zum Exempel. Es zwingt von innen heraus zu denken, es zwingt all das zu prüfen, was wir erlebt haben, oder besser gesagt: zu prüfen, wie wir unsere Erlebnisse verarbeitet haben. Es ist ein Buch, dass den Blick verwandelt, und es gibt nicht viele Autoren, die so eine Herausforderung wagen. Kulturzeitschrift L’Avenç, Simona Skrabec

 

Stefanie Kremser beweist, dass jedes Kapitel eine Erzählung sein kann, obwohl es sich um nicht-Fiktion handelt, und dass es unendlich viele Wege gibt, aus Erinnerungen zu schöpfen, ohne dabei die eigenen Memoiren zuschreiben. Diese Entdeckung ermöglicht dem Leser in ihre Literatur einzutauchen als handele es sich um Fiktion. (…) Kremser erinnert daran, dass Literatur wichtiger ist das das Genre oder das Ausgangsmaterial. Natürlich erzählt die Geschichte der Autorin vom Exotismus ferner Landschaften, von den Kontrasten zwischen Amerika und Europa. Aber das erklärt nicht, warum ihr Roman mit jeder Seite wächst, warum er uns, je mehr wir lesen, mehr Nähe und Authentizität beschert. Das erklärt nur ihr Stil, ihre schriftstellerische Fähigkeit und die Wärme, die sie zu vermitteln weiß. Kulturzeitschrift El Temps, Àlex Milian

 

Der persönliche Raum, verbunden mit der Erzählung des Intimen, erwirkt eine zentrifugale Kraft, die einen als ergebenen Leser und - zugegeben - auch als Voyeur hintreibt zu den physischen, emotionalen und intellektuellen Orten die die Autorin aufblättert, ohne zu vergessen, dass sie Literatur schafft und keine private Notiz, so dass das Buch, mit einer nur scheinbaren da erarbeiteten Spontaneität, kurzweilig wird. Ich dachte: es bedarf Können, so ein Memoir zu schreiben und das Gleichgewicht all dieser Elemente zu bewahren. Digitales Kulturmagazin Catorze, Míriam Cano

 

Was Stefanie Kremser ausmacht ist die Art dem Leben zu begegnen und es zu sehen: mit Optimismus, Freiheit und Respekt vor dem Anderen als unbeugsamen Wert, dem Wert des Andersseins. In diesem Sinne ist ihr Buch ein großes Heilmittel gegen den in Europa wachsenden Rechtsextremismus. VilaWeb, Montserrat Serra